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Wologda/Russland

Straßburg misst der Zusammenarbeit mit Russland besondere Bedeutung bei, die sich im Alltag seit vielen Jahren in einem vielfältigen und zahlreichen Austausch widerspiegelt: Jugendaustausch, Kulturprojekte, Hochschulkooperation, Erfahrungsaustausch zwischen lokalen Behörden usw.

Mit ihrer europäischen Vision und dem Sitz des Europarates sowie dem Wunsch, aktiv zur Festigung guter nachbarschaftlicher Beziehungen zu Russland und zum Aufbau eines vereinten Europas beizutragen, war es der Stadt Straßburg 2009 ein Anliegen, ihre freundschaftlichen Beziehungen zur Stadt Wologda zu formalisieren. Auch mit Moskau unterhält Straßburg bedeutende Beziehungen, insbesondere im Hinblick auf das Kulturerbe.

Eine Zusammenarbeit mit Wologda, der Kulturhauptstadt im Norden Russlands

Das reichhaltige historische und religiöse Kulturerbe, ein bedeutender kultureller Einfluss sowie gemeinsame bedeutende Handwerks- und Weihnachtstraditionen haben die Entscheidung Straßburgs und Wologdas für eine dezentrale Zusammenarbeit bestimmt.

Das Rahmenabkommen für die Zusammenarbeit zwischen Straßburg und Wologda wurde im Dezember 2009 von den Bürgermeistern beider Städte unterzeichnet und dreht sich um folgende Achsen: Kultur und Kulturerbe, Tourismus, Sport, Gesundheit und soziale Kohäsion.

2012 wurde es auf den Wirtschaftsbereich ausgeweitet und im Mai 2016 wurde ein neues Partnerschaftsabkommen mit Leitlinien angenommen, die sich hauptsächlich auf Jugend und Bürgerschaft, Kultur und den französischsprachigen Raum sowie Tourismus und Handwerk konzentrieren.

Dadurch konnten Projekte und Austauschprogramme zwischen den beiden Städten in verschiedenen Bereichen erarbeitet werden: Kultur, Tourismus- und Handwerksförderung, Schul- und Universitätsaustäusche, Sport, wirtschaftliche Entwicklung und natürlich die Einweihung der Place de Vologda 2014 im neuen Heyritz-Viertel.

Eine bestärkte Zusammenarbeit mit Moskau zum Thema Kulturerbe

Straßburg und Moskau teilen ein reichhaltiges historisches und kulturelles Erbe, das von der UNESCO anerkannt wurde. Aber beide Städte teilen auch Anliegen im Zusammenhang mit der Vereinbarkeit der Erhaltung dieses Erbes mit den Anforderungen einer modernen Stadt.

Im Rahmen des Jahres Frankreich-Russland veranstaltete Straßburg im November 2010 die Journées du Patrimoine de Moscou mit einer Ausstellung über die besonderen Sehenswürdigkeiten der russischen Hauptstadt und einem runden Tisch mit französischen, russischen und europäischen Experten zu aktuellen Fragen der Erhaltung und Förderung des Kulturerbes. Der bei dieser Gelegenheit initiierte Erfahrungsaustausch, insbesondere über die UNESCO-Anerkennung und die Arbeiten zur Restaurierung historischer Denkmäler, wurde danach mit einem ausgeprägten Interesse am Austausch mit den Steinmetzen der Ateliers de l'œuvre Notre Dame fortgesetzt. In Zukunft könnte dabei auch die Frage der Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen bei der Renovierung von Altbauten angesprochen werden.

Zwischen den beiden Städten gibt es im Übrigen auch viele kulturelle und touristische Austauschmöglichkeiten. Der erste Straßburger Weihnachtsmarkt in Moskau war im Dezember 2012 ein ausgesprochener Erfolg und hat in den letzten Jahren stetig an Bedeutung gewonnen. Im Gegenzug war Moskau 2014 ebenfalls auf dem Weihnachtsmarkt in Straßburg zugegen.

Auch Fragen zur nachhaltigen Stadtentwicklung, des öffentlichen Verkehrs und der Mobilität sowie der Energieeffizienz wurden von den gewählten Vertretern der beiden Städte angesprochen. Der Bürgermeister von Straßburg, Roland Ries, sprach während des Moscow Urban Forum im Dezember 2014 über das Thema Verkehr.

Die Beziehungen zwischen Straßburg und der russischen Hauptstadt haben mit der Organisation der Journées de Moscou à Strasbourg (sowie in Paris und Nizza) im Juni 2016 neuen Schwung aufgenommen, und zwar mit einem Programm, das auf einem vertieften Erfahrungsaustausch über die Erhaltung des Kulturerbes und die Arbeit der Steinmetze basiert.